Im Bauch sitzt eine Reihe von Organen, die zum Magen-Darm-Trakt gehören. Schmerzen und Erkrankungen im linken Bauchraum haben in der Klinik meistens mit Erkrankungen des Verdauungstraktes zu tun. Bauchschmerzen & Co. gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankenscheine und Arbeitsunfähigkeit.Organe des Menschen

Was genau ist der linke Bauchraum?

Den Bauchraum bezeichnet man als Abdomen, darin gelegene Organe als abdominal. Er reicht vom Becken bis zum Zwerchfell, das die Grenze zum Brustkorb oder Thorax bildet. Die meisten der darin gelegenen Organe gehören zum Magen-Darm-Trakt, der von der Mundhöhle bis zum After einen langen Schlauch bildet. Dagegen wird der Brustkorb von den Atemwegen mit Lunge und Luftröhre und dem Herzen beherrscht.

Eine weitere Unterteilung unterscheidet zwischen Oberbauch und Unterbauch (oberes und unteres Abdomen).

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Die Organe im linken Bauchraum gehören mit Ausnahme der Milz zum Verdauungstrakt.
  2. Es handelt sich dabei um Magen, Dünndarm und Dickdarm mit ihren Anhangsdrüsen Leber und Bauchspeicheldrüse.
  3. Schmerzen im linken Bauchraum sind vor allem auf Infekte mit Bakterien oder Viren zurückzuführen.
  4. Andere Erkrankungen sind in erster Linie Entzündungen, wie Leberentzündungen oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
  5. Die Untersuchungen des Bauchraumes einschließlich bildgebender Verfahren gehört zu den meistangewandten Methoden in der Medizin.

Welche Organe sitzen im linken Bauchraum? Schmerzen und Erkrankungen

Magen-Darm-Infekte

bereiten im gesamten unteren Verdauungstrakt Probleme. Sie sind auf Infektionen mit Bakterien oder Viren zurückzuführen und führen zu Bauchschmerzen und Durchfällen. Mit letzteren versucht der Körper die Eindringlinge herauszuspülen.

Magen

Die Speiseröhre (Ösophagus) durchdringt das Zwerchfell auf der linken Seite und mündet in den Magen (Gaster). Die gängigsten Erkrankungen, die zudem mit Schmerzen verbunden sind, sind Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüre (Ulzera). Häufig ist eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori daran schuld. Magengeschwüre erhöhen das Risiko für Magenkrebs.

Dünndarm

Dem Magen folgen der Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum). Sie füllen einen großen Teil des Bauchraumes auf der linken wie rechten Seite aus. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Zwölffingerdarmgeschwüre und die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Sie verlaufen schubweise und führen zu schmerzhaften Bauchkrämpfen mit ständigen Durchfällen.

Bauchraum Organe

Dickdarm

Der Dünndarm geht im rechten unteren Bauchraum in den Dickdarm (Colon) über. Er steigt nach oben, verläuft quer nach links und nimmt eine Wendung nach unten zum Sigmadarm (Colon sigmoideum) und Enddarm (Rectum) ab der im After (Anus) mündet. Neben Infektionen mit Bakterien und Viren spielt hier die Colitis ulcerosa klinisch eine wichtige Rolle, da sie von hier ihren Ursprung nimmt. Darmkrebs in Form eines Kolonkarzinoms spielt in der westlichen Welt eine immer größere Rolle.

Leber

Zu dem schlauchförmigen Verdauungstrakt gehören Anhangsdrüsen, die außer ihren Verdauungsfunktionen noch zahlreiche weitere Aufgaben erfüllen. Prominent ist vor allem die Leber (Hepar) als unsere größte Drüse. Sie liegt vor allem auf der rechten Seite, reicht aber bis auf die linke Bauchseite hinüber. Sie produziert Galle für die Fettverdauung und dient der Entgiftung des Blutes. Klinisch wichtige Erkrankungen sind die Leberentzündung (Hepatitis) durch Viren, Fettleber und Leberzirrhose. Ebenso wie Leberkrebs führen sie kaum zu Leberschmerzen, denn das Organ hat selbst keine sensiblen Nervenenden.

Bauchspeicheldrüse

In einer Schlinge des Zwölffingerdarms liegt die Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die ebenfalls eine Reihe von Verdauungssäften liefert. Darüber hinaus ist sie ein endokrines Organ, das Insulin für die Regulation des Zuckerstoffwechsels herstellt. Neben Diabetes sind Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) klinisch wichtig.

Milz

Unmittelbar benachbart ist hier die Milz, die nicht zum Verdauungstrakt gehört, sondern eines unserer wichtigsten Organe des Immunsystems darstellt. Sie hält große Mengen an roten und weißen Blutkörperchen auf Abruf bereit. Daher droht bei einem traumatischen Milzriss Verbluten, sodass man meistens das Organ entfernt, um weitere Blutungen zu stoppen.

Harn- und Geschlechtsorgane

Anatomisch korrekt gehören auch die retroperitonealen und Beckenorgane zu den Bauchorganen. Nieren, Nebennieren und Harnwege mit Harnleitern und Harnblase ebenso wie die inneren weiblichen Geschlechtsorgane mit Eierstöcken, Eileiter und Gebärmutter. Je nach betroffenem Anteil sorgen Erkrankungen für Schmerzen im rechten und/oder linken Bauchraum.

Untersuchungen des Bauchraumes

Untersucht der Arzt den Bauchraum, geht er dabei mit folgenden Methoden vor:

  • Anamnese bezeichnet die Erfragung der Beschwerden und Krankengeschichte
  • Inspektion ist die äußerliche Betrachtung des Bauchs
  • Auskultation oder Abhören erfolgt mit dem Stethoskop
  • Perkussion oder Abklopfen mit einem Finger liefert mit dem Klopfschall Informationen über Gasbildungen und ähnliches
  • Palpation bezeichnet das Abtasten mit beiden Händen, um Veränderungen wie Verhärtungen festzustellen
  • Blutuntersuchungen liefern weitere Hinweise auf Erkrankungen. Mit CRP-Wert und Leukozytenzahl lassen sich beispielsweise Entzündungen feststellen.

Nach dieser ersten Abklärung klärt der Arzt mithilfe bildgebender Verfahren einen Anfangsverdacht weiter ab. Die gängigen Methoden zur Bildgebung sind

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie), bei der sich die Bauchorgane in Echtzeit und ohne schädliche Strahlung mit Hilfe eines speziellen Schallkopfes und auf einem Monitor live ansehen lassen
  • Endoskopische Verfahren, die den Zugang vom Mund oder After aus nutzen. Die Magenspiegelung oder Gastroskopie erfaßt nur Speiseröhre und Magen, die Ösophago-Gastro-Duodenoskopie zusätzlich den Zwölffingerdarm, die Koloskopie oder Darmspiegelung den Darm von der anderen Seite.
  • Röntgenuntersuchung, medizinisch Röntgen Abdomen
  • Computertomographie (CT) arbeitet ebenfalls mit Röntgenstrahlung, liefert aber zahlreiche Schnittbilder, die sich zu einem dreidimensionalen Modell zusammensetzen lassen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT) oder Kernspintomographie arbeitet ähnlich, aber mit Magnetfelder und kommt ohne Röntgenstrahlung aus.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. ISBN-10: 3110339978.
  • Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. München/Jena 2003: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN 3-437-15072-3.
  • Alfred Benninghoff, Detlev Drenckhahn: Anatomie, Makroskopische Anatomie, Embryologie und Histologie des Menschen. Band 1: Zelle, Gewebe, Entwicklung, Skelett- und Muskelsystem, Atemsystem, Verdauungssystem, Harn- und Genitalsystem. 17. Auflage. München 2008: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN-10: 9783437423420.
  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart: Springer-Verlag (2012). ISBN-10: 3642331076.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln: G. Herold Verlag (2016). ISBN-10: 3981466063.