Patienteninformation zur Darmspiegelung

Das Stichwort Darmspiegelung klingt für die wenigsten Menschen reizvoll, doch im Zuge einer Erkrankung und als Krebsvorsorge ist die Koloskopie ein wichtiges Mittel der Diagnostik.

Bei der Vorbereitung auf eine Darmspiegelung geht es vor allem darum, was Du vor der Darmspiegelung essen und trinken darfst und welche Dinge gemieden werden müssen. Alles dazu erfährst Du in diesem Artikel.

  • eine Darmspiegelung zur Vorsorge ist ab 55 Jahren eine Leistung der Krankenkasse
  • sinnvoll ist die Untersuchung auch bei unklaren Beschwerden
  • eine Darmspiegelung birgt nur ein minimales Risiko und wird meist unter Kurznarkose durchgeführt
  • es muss vor der Untersuchung eine strenge Diät befolgt werden
  • Abführmittel müssen zu festen Zeiten in vorgeschriebenen Mengen getrunken werden

Vorbereitung der Darmspiegelung: Arzt-Patienten-Gespräch

Egal, ob die Koloskopie aufgrund akuter Beschwerden oder zur Krebsvorsorge erfolgt, vor dem Eingriff findet ein Aufklärungsgespräch mit dem Arzt statt. Dabei wird der Mediziner im Detail erklären, wie die Untersuchung abläuft und welche Vorbereitung für die Darmspiegelung notwendig ist. Im Zuge dessen wird auf drei Punkte eingegangen:

  1. Muss vor der Darmspiegelung auf Essen und Trinken verzichtet werden?
  2. Muss eine Abführlösung getrunken werden?
  3. Muss am Tage der Untersuchung etwas mitgebracht werden?

Auf diese drei Dinge gehen wir nun im Detail ein. Ebenfalls wichtig für Dich: Hast Du weitere individuelle Fragen, solltest Du sie unbedingt Deinem Arzt während dieses Gespräches stellen. Besteht etwa die Sorge, die Narkose nicht zu vertragen oder ähnliche Dinge, ist eine frühe Rückfrage für beide Seiten hilfreich.

Einige Tage vor der Darmspiegelung: Essen und Trinken wird eingeschränkt

Damit der Darm für die geplante Untersuchung bestmöglich vorbereitet ist, darf der Patient bereits einige Tage vorab nicht mehr nach Herzenslust schlemmen. Es gilt das Verzicht auf Milch und ballaststoffreiche Lebensmittel. Dazu zählen alle Vollkornprodukte und Müsli. Auch faserreiches Obst und Gemüse sollte ausgesetzt werden und dieses Verbot erstreckt sich auch auf Säfte.

Ballaststoffreich Lebensmittel sind für die allgemeine Gesundheit zwar wichtig, die enthaltenen Körnchen und Schalen bergen für eine Darmspiegelung jedoch die Gefahr, dass die Instrumente bei der Untersuchung von ihnen verstopft werden. Vermieden werden sollten zudem aus naheliegenden Gründen alle Dinge, die Blähungen fördern. Erbsen und Kohl beispielsweise sind daher tabu.

Erlaubt ist hingegen leicht verdauliche Kost, also etwa helles Fleisch und Fisch, Eier, Kartoffeln und helles Brot (Weißbrot, Zwieback, Toast). Wer gern Tee und Wasser trinkt, muss dabei keine Einschränkungen hinnehmen, nur Kaffeetrinker müssen die Milch weglassen.

Verzichten sollten Patienten in der Vorbereitung auf eine Darmspiegelung zudem auf die Einnahme von Eisen-Präparaten. Große Mengen Eisen im Darm verfärben die Darmwände, was Untersuchungsergebnisse verfälschen kann. Nimmst Du aus gesundheitlichen Gründen Eisen als Nahrungsergänzungsmittel ein, sprich also unbedingt mit dem Arzt darüber.

Ab dem Vortag der Darmspiegelung: Essen ist nur bis Mittag erlaubt

Am Tag vor der Untersuchung dürfen die meisten Patienten noch entsprechend der Speisevorgaben normal Frühstück und Mittagessen zu sich nehmen. Ab der Mittagsstunde beginnt ein Fasten und es dürfen nur noch Wasser, Tee oder maximal klare Brühe getrunken werden.

Diese Vorgaben müssen unbedingt eingehalten werden, damit die Vorbereitung auf die Darmspiegelung nicht umsonst war!

Darmspiegelung und die Einnahme eines Abführmittels

Zur Vorbereitung der Darmspiegelung gehört die Einnahme eines abführenden Mittels, damit die Darmwände für die geplante Untersuchung gut sichtbar sind. Den Ärzten stehen dabei verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die je nach individueller Situation der Patienten gewählt werden können.

Meist muss die Einnahme des Mittels am Vorabend begonnen und am Morgen der Untersuchung abgeschlossen werden. Mit der Aushändigung des Präparates geben die Ärzte eine exakte Einnahmevorgabe mit, sodass der Patient eine Anleitung zur Hand hat.

Für die meisten Patienten ist der Gedanke an die Einnahme des Mittels der unangenehmste Teil während der Vorbereitungsphase. Doch das Verfahren ist heute deutlich angenehmer als noch vor wenigen Jahren! Lange Zeit mussten Patienten eine unangenehm schmeckende Lösung und dazu bis zu sechs Litern Wasser trinken. Heute schmecken die Abführmittel neutral oder besitzen eine Geschmacksbeimischung. An Flüssigkeit sollten ab Vorabend circa zwei Liter Wasser oder Tee und am nächsten Morgen noch einmal zwei Liter getrunken werden.

Darmspiegelung – Am Tag der Untersuchung

Es versteht sich von selbst, am Tag der Darmspiegelung pünktlich in der Arztpraxis anzukommen. Unabhängig vom Wetter trägst Du am besten bequeme Kleidung, die weder am Bauch noch im Hüftbereich zu eng sitzt. Auch einteilige Kleidungsstücke sind unpragmatisch. Eine Hose oder ein Rock sind die erste Wahl.
Da die meisten Menschen aufgrund des längeren Verzichts auf Nahrung bei der Darmspiegelung zum Frieren neigen, ist das Mitnehmen einer warmen Jacke selbst im Sommer ratsam.

Die meisten Ärzte bitten ihre Patienten auch darum, ein großes Handtuch mitzubringen. Dieses wird als bequeme Auflage genutzt. Manche Praxen stellen jedoch auch Handtücher. Hast Du dazu keine Aussage vom Arzt oder einer Angestellten der Praxis gehört, frage im Zweifelsfall einfach noch einmal nach.

Wichtig:
Für die Koloskopie wird in der Mehrheit aller Fälle eine Kurznarkose eingeleitet. Der Patient wird also für eine nur kurze Dauer betäubt.

Wer sich aus gesundheitlichen Gründen oder wegen starker Angst vor der Untersuchung dafür entschieden hat, darf an diesem Tag selbst keine Kraftfahrzeuge mehr führen. Es sollte also eine Möglichkeit organisiert sein, um wieder Nachhause zu kommen.