Übersicht über das Krankenhaus und seine Abteilungen

Jedes Krankenhaus verfügt über eine Reihe von Fachabteilungen. Welche vorhanden sind, hängt maßgeblich von der Größe und gegebenenfalls speziellen Ausrichtung des Krankenhauses ab. Je nach Bundesland unterscheidet man drei oder vier Versorgungsstufen von Allgemeinkrankenhäusern oder Fachkrankenhäuser ohne Zuordnung zu einer Versorgungsstufe. Im Folgenden möchte ich Ihnen erklären, was sich hinter den Bezeichnungen der verschiedenen Fachabteilungen verbirgt.

Stationen im Krankenhaus
Stationen im Krankenhaus, opyright: monkeybusinessimages, bigstockphoto

Stationen und Fachabteilungen im Krankenhaus

  1. Jedes Krankenhaus verfügt über eine Reihe von Fachabteilungen.
  2. Diese sind personell und räumlich voneinander getrennt und nehmen verschiedene Aufgaben bei der Versorgung der Patienten wahr.
  3. Vielfach kommen weitere Spezialabteilungen hinzu, insbesondere bei Operationen, bei denen die Chirurgie in unterschiedlichen Körperregionen arbeitet.
  4. Zu unterscheiden sind Fachabteilungen im Krankenhaus, die über eigene Betten verfügen und andere, die rein diagnostischen Zwecken dienen.
  5. Welche Fachabteilungen in einem Krankenhaus vorhanden sind, hängt vor allem von der Größe und Spezialisierung der Klinik ab.

 

Was ist eine klinische Fachabteilung?

Fachabteilungen sind die räumlich und personell abgegrenzten Abteilungen eines Krankenhauses, die für die stationäre Behandlung von Erkrankungen bestimmter Fachgebiete zuständig sind und von Ärzten mit entsprechender Schwerpunktsbezeichnung geleitet und betreut werden.

Sie zeichnen sich durch ihre apparative und versorgungstechnische Einrichtung aus, die für das jeweilige Fachgebiet mit seinen speziellen diagnostischen und therapeutischen Fragestellungen typisch ist. Einige davon haben eigene Stationen mit Betten, andere dienen vorrangig diagnostischen Zwecken, sodass die Patienten des Krankenhauses in ihren Räumlichkeiten ambulant untersucht werden können.

Diese Fachabteilungen können in weitere Spezialabteilungen gegliedert sein, die sich mit besonderen medinischen Fragestellungen befassen. So umfasst die Chirurgie oft Abteilungen für Allgemeinchirurgie, Thoraxhirurgie, Gefäßchirurgie, Herzchirurgie, Neurochirurgie, Kinderchirurgie, Plastische Chirurgie und andere.

Je nach Größe der Fachabteilung sind mehrere Stationen vorhanden. Geleitet werden diese Fachabteilungen von einem Chefarzt beziehungsweise einem Abteilungsleiter.

Diese Krankenhausstationen gibt es:

  • Allgemeinchirurgie
  • Anästhesiologie und Intensivmedizin
  • Angiologie
  • Ophthalmologie
  • Dermatologie und Venerologie
  • Endokrinologie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Gastroenterologie
  • Geriatrie
  • Hämatologie
  • HNO
  • Innere Medizin
  • Kardiologie
  • Pädiatrie
  • Nephrologie
  • Neurologie
  • Onkologie
  • Orthopädie
  • Palliativstation
  • Pneumologie
  • Radiologie und Nuklearmedizin
  • Unfallchirurgie
  • Urologie
  • Viszeralchirurgie
  • Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde[/ads_custom_box]
Krankenhaus, Operation, Copyright: sudok1 bigstockphoto

Aufgabengebiete der einzelnen klinische Fachabteilungen in einem Krankenhaus


Allgemeinchirurgie

Die Allgemeinchirurgie übernimmt alle Operationen, für die es im entsprechenden Krankenhaus keine eigene Abteilung wie eine Thorax- oder Gefäßchirurgie gibt. Bei sehr speziellen chirurgischen Eingriffen ist oftmals die Überführung in ein Krankenhaus mit einer entsprechenden Spezialabteilung notwendig, etwa Herzchirurgie oder Plastische Chirurgie.

Anästhesiologie und Intensivmedizin

Narkoseärzte (Anästhesiologen) arbeiten meistens im Hintergrund und sind für lokale Anästhesien und Vollnarkosen zuständig. Sie sind in der Notfall- und Intensivmedizin unersetzlich und sind auch bei einer Schmerztherapie die richtigen Ansprechpartner.

Angiologie

Die Angiologie befasst sich mit den Erkrankungen des Kreislauf- und Gefäßsystems. Dazu zählen nicht nur Arterien und Venen, sondern auch die Lymphgefäße. Wichtige Erkrankungen, die in diese Fachabteilung fallen, sind Thrombosen, Embolien, Krampfaderleiden und die Behandlung von Aneurysmen.

Augenheilkunde (Ophthalmologie)

Die Augenheilkunde ist ähnlich speziell wie die Zahnheilkunde, da sie sich nur mit dem Sehorgan und seiner Umgebung befasst. Oftmals findet sich bei Kliniken mit einer eigenen Abteilung für Augenheilkunde noch eine weitere Unterteilung in eine Unterabteilung für Erkrankungen des vorderen und eine weitere für Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes. Im ersteren Fall werden beispielsweise Grauer Star und Hornhautanomalien behandelt, im letzteren vor allem Erkrankungen der Netzhaut.

Haut und Geschlechtskrankheiten (Dermatologie und Venerologie)

Haut- und Geschlechtskrankheiten kommen nicht von ungefähr in den gleichen Topf, da die Mehrzahl der venerologischen Erkrankungen zu Hautveränderungen an den Geschlechtsorganen und ihrer Umgebung führt.

Darüber hinaus ist die Dermatologie für allergische Erkrankungen der Haut, Hautkrebs, Gürtelrose oder Warzenbehandlung zuständig.

Endokrinologie

Endokrinologie ist die Lehre von den hormonbildenden Drüsen. Hauptarbeitsgebiete sind Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes sowie Erkrankungen von Nebenschilddrüsen, Nebennieren oder der Keimdrüsen.

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Die Frauenheilkunde befasst sich mit allen Frauenleiden von Menstruationsstörungen bis zu Krebserkrankungen. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Geburtshilfe.

Gastroenterologie

Zwischen Mund bis zum After liegt das Spezialgebiet der Gastroenterologie. Sie beschäftigt sich vor allem mit Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes einschließlich Leber, Galle und Pankreas. Eine große Rolle spielen dabei Infektionen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Altersmedizin (Geriatrie)

Die Altersmedizin oder Geriatrie spielt im Gesundheitssystem eine wachsende Rolle. Sie befasst sich mit alterstypischen Erkrankungen wie Senilität, Demenz, Parkinson oder Osteoporose.

Hämatologie

Die wichtigsten hämatologischen Erkrankungen sind Blutkrebs (Leukämien) und Lymphdrüsenkrebs (Lymphome). Daher sind die meisten entsprechenden Fachabteilungen in Deutschland solche für „Hämatologie und Onkologie„.

Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO)

In der HNO-Abteilung werden Erkrankungen und Verletzungen der Ohren, oberen Luftwege sowie Rachen und Kehlkopf behandelt.

Innere Medizin

Die Innere Medizin umfasst Diagnose und Therapie von Erkrankungen der inneren Organe, so der Atmungsorgane, Herz und Kreislauf, Verdauungstrakt oder Nieren. Vielfach gibt es dafür weiter spezialisierte Fachabteilungen, die hier ebenfalls aufgeführt werden.

Kardiologie

In der Kardiologie geht es um die Diagnose und Therapie von Krankheiten des Herzens wie der koronaren Herzkrankheit, Herzinfarkt oder angeborenen Fehlbildungen.

Kinder- und Jugendheilkunde (Pädiatrie)

Kinder und Jugendliche leiden an anderen Krankheiten als Erwachsene. Dem trägt die Fachabteilung Pädiatrie Rechnung, in der chirurgische, gastroenterologische, nephrologische und andere Erkrankungen behandelt werden.

Nephrologie

Das Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Behandlung von Nierenerkrankungen beschäftigt, nennt man Nephrologie.

Neurologie

ist eine Fachabteilung, bei der die Grenzen zu Psychiatrie und Neurochirurgie fließend sind. Sie dient der Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Zentralen und peripheren Nervensystems.

Onkologie

Onkologie ist die Lehre von den Krebserkrankungen. Hauptsächliches Betätigungsfeld der Onkologie ist die Diagnose und Behandlung von Tumoren mit Chemotherapie und Bestrahlung.

Orthopädie

In der Orthopädie werden Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt, etwa von Knie und Hüfte.

Palliativstation

Mit Palliativmedizin bezeichnet man den medizinischen Fachbereich, der sich mit Behandlung und Begleitung schwerkranker und sterbender Patienten in ihrem letzten Lebensabschnitt befasst.

Pulmologie (Pneumologie)

ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit den Erkrankungen der Atemwege beschäftigt.

Radiologie und Nuklearmedizin

Radiologie und Nuklearmedizin dient rein diagnostischen und therapeutischen Zwecken. Zu ihren Aufgaben gehören bildgebende Verfahren, die mit Strahlung und Radioaktivität arbeiten, so Röntgenaufnahmen, Computertomographie (CT), Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie MRT) oder szintigraphische Untersuchungen wie die Scihlddrüsenszintigraphie.

Bei den therapeutischen Maßnahmen steht die Bestrahlung von Tumoren und Metastasen an erster Stelle.

Unfallchirurgie

Die Unfallchirurgie befasst sich mit der Erst- und Weiterversorung von Unfallopfern. Opfer von Verkehrsunfällen oder häuslichen Unfällen mit traumatischen Verletzungen wie Knochenbrüchen werden von Rettungswagen und Notarzt in der Zentralen Notaufnahme notfallmäßig versorgt und in der Unfallchirurgie weiter behandelt.

Urologie

In der Urologie steht die Behanldung von Erkrankungen von Nieren, ableitenden Harnwegen (Harnleiter, Blase, Harnröhre) sowie der männlichen Geschlechtsorgane im Vordergrund. In letzterem Falle spielen vor allem altersbedingte Erkrankungen der Vorsteherdrüse wie die benigne Prostatahyperplasie oder Prostatakrebs eine wesentliche Rolle.

Viszeralchirurgie

Operative Eingriffe an den inneren Organen fallen in den Zuständigkeit der Viszeralchirurgie. Vor allem Darmerkrankungen und Krankheiten der Anhangsdrüsen des Magen-Darm-Traktes wie Leber und Galle gehören hierzu.

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Ähnlich wie beim Zahnarzt stellt die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde einen medizinischen Sonderfall dar. In einer entsprechenden Fachabteilungen finden alle Behandlungen statt, die über die Möglichkeiten eines niedergelassenen Zahnarztes hinausgehen. Dazu gehören operative Maßnahmen an Zähnen und Kiefer, für die eine Vollnarkose notwendig ist.

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Quellen und Links