Ophthalmologie bezeichnet die Augenheilkunde – ein Ophthalmologe ist ein Augenarzt. Sie befasst sich mit der Diagnose, Behandlung und Prävention von Erkrankungen und Funktionsstörungen des Sehorgans und der am Sehvermögen mitbeteiligten anatomischen Strukturen. Augenärzte müssen eine fünfjährige Facharztausbildung nachweisen. Dazu gehören auch chirurgische Verfahren an den Augen wie die Katarakt-Operation zur Beseitigung des Grauen Stars.

Ophthalmologe Sehtest – CommsEditors101 Pixabay

Woher kommt der Begriff Ophthalmologie?

Ophthalmologie kommt aus dem Griechischen – ὀφθαλμός ophthalmòs bezeichnet sowohl das Auge als auch das Sehen, und λόγος lógos die Lehre von… etwas. Der deutsche Begriff hierfür lautet Augenheilkunde. Fachärzte, die sich mit diesem Gebiet der Medizin beschäftigen, bezeichnet man als Ophthalmologen oder Augenärzte.

Was ist die Opthalmologie?

  • Ophthalmologie ist die medizinische Bezeichnung der Augenheilkunde. Ophthalmologen sind Augenärzte.
  • Ihr Arbeitsgebiet beschäftigt sich mit der Diagnose, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Sehapparates.
  • Während die Diagnose von Augenerkrankungen zumeist nicht-invasiv erfolgt, macht die Behandlung mitunter einen chirurgischen Eingriff notwendig.
  • Je nach Krankheitsbild ist eine Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachrichtungen notwendig, etwa der Neurologie oder Dermatologie.
  • Die wichtigsten Arbeitsgebiete sind die Behandlung von Fehlsichtigkeit, Grüner Star und Grauer Star, Altersblindheit sowie Netzhautablösungen.

Aufgaben der Ophthalmologie

Das Arbeitsgebiet umfasst sowohl die Augen selbst als auch die umliegenden Strukturen der Augenhöhle bis zum Knochen. Es reicht von der Haut der Augenlider und ihrer Umgebung den Sehnerven folgend tief ins Gehirn hinein.

Ein Augenarzt stellt Erkrankungen des Auges und Fehlsichtigkeiten fest und übernimmt deren Behandlung. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Prävention, mit der sich Fehlsichtigkeit und Erblindung verhindern lassen.

Was ist ein Ophthalmologe?

Voraussetzungen für die Facharztausbildung

Ähnlich wie beim Zahnarzt ist das Arbeitsfeld der Augenärzte relativ autark. Daher ist eine Facharztausbildung notwendig, welche die speziellen Strukturen des Sehsinns, ihrer Physiologie und ihrer Behandlung umfasst. In Deutschland ist dafür eine fünfjährige Weiterbildungszeit notwendig. Für die Zulassung zur Facharztprüfung ist zudem der Nachweis selbständig durchgeführter Augenuntersuchungen sowie die Erfüllung eines vorgegebenen Kataloges von Augenoperationen vorgegeben.

Danach ist eine weitere Spezialisierung möglich, etwa zu einem Kinderophthalmologen oder Neuroophthalmologen.

Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen

Trotz dieser medizinischen Nische ist oftmals eine Zusammenarbeit mit Medizinern anderer Fachrichtungen notwendig. Dazu zählen vor allem Nervenärzte (Neurologen), die funktionelle Störungen der Sehnerven weiter untersuchen, oder Hautärzte (Dermatologen), die bei Hauterkrankungen im Bereich der Augen wie beispielsweise allergischen Reaktionen hinzugezogen werden.

Ein weiteres wichtiges Fachgebiet ist die Onkologie, die bei Augenkrebs (Retinoblastom, Aderhautmelanom) zum Einsatz kommt.

Bei traumatischen Verletzungen, Verätzungen und ähnlichen chemischen oder physikalischen Beeinträchtigungen kann oftmals ein plastischer Chirurg die Rekonstruktion des Gesichts bewerkstelligen.

Wichtige Untersuchungen beim Ophthalmologe

Die augenärztlichen Untersuchungsmethoden sind vielfältig und dienen vor allem der Bestimmung abweichender Verhältnisse von phsyiologischen und anatomischen Parametern von der Norm.

Spaltlampenmikroskopie

Die Spaltlampe ist eines der wichtigsten diagnostischen Geräte in einer Augenarztpraxis. Es handelt sich dabei um ein spezielles Mikroskop, das die dreidimensionale Betrachtung des Augeninneren erlaubt. Dazu wird ein spaltförmiger Lichtstrahl in das Auge gelenkt, der mithilfe eines halbdurchlässigen Spiegels zugleich die Inspektion des Augenhintergrundes erlaubt. Damit kann der Augenarzt die Netzhaut bis weit in die peripheren Bereiche untersuchen. So lassen sich Veränderungen der Blutgefäße wie bei der Altersblindheit, Augentumoren und Netzhautablösungen erkennen.

Applanationstonometrie

Applanationstonometer sind in der Regel in solche Spaltlampen mit eingebaut. Tonometrie bezeichnet die Messung des Augeninnendrucks. Das Messgerät drückt einen kleinen Stempel auf das Auge, bis eine gleich große flache Fläche auf der Kugel entsteht. Der auf den Stempel ausgeübte Druck entspricht dem Augeninnendruck. Diese Messung ist vor allem für Grünen Star wichtig, der in den meisten Fällen durch dauerhaft erhöhten Druck die Netzhaut schädigt.

Sehschärfenmessung (Visusmessung)

Die Visusmessung misst die Fähigkeit, Konturen und Details benachbarter Strukturen getrennt voneinander wahrzunehmen. Die Sehschärfe ist wesentlicher Bestandteil des Sehvermögens und wird bei einem Sehtest erfasst.

Sehtests

Sehtests umfassen neben der Sehschärfe auch das Farbsehen, eine Überprüfung auf latentes Schielen (Phorie) sowie das binokulare Sehen, also die gemeinsame Verarbeitung des Sinneseindruckes durch beide Augen. Patienten kennen diese Untersuchung von der Anpassung einer Brille oder dem Führerscheinsehtest. Dazu verwendet der Augenarzt eine Sehprobentafel, bei der der Proband Buchstaben erkennen muss, oder einen Landoltring, ein rundes C, bei dem die Richtung der Öffnung benannt werden soll.

Wichtige Erkrankungen und Funktionsstörungen der Augen

Grauer Star (Katarakt)

bezeichnet die zunehmende Trübung der klaren Augenlinse mit zunehmendem Alter. Zudem wird die Linse zusehends starrer, sodass das Einstellen der Sehschärfe auf eine bestimmte Entfernung zusehends schwerer wird. Der Augenarzt nimmt diese Linsentrübung bei der Untersuchung mit der Spaltlampe als grauen Hintergrund der Linse wahr, daher der Name. Die operative Versorgung (Staroperation) ist der häufigste chirurgische Eingriff in der Ophthalmologie und besteht im Entfernen der alten und Einsetzen einer künstlichen Linse.

Grüner Star (Glaukom)

ist meistens auf eine dauerhafte Erhöhung des Augeninnendrucks zurückzuführen. Sie beeinträchtigt die Funktion der Netzhaut und der Sehnerven und führt mit der Zeit zur Erblindung. Bei der Behandlung steht die Beseitigung der Ursachen an erster Stelle, beispielsweise der Verstopfung der das Kammerwasser ableitenden Kanälchen.

Altersblindheit oder altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

bezeichnet eine degenerative Beeinträchtigung der Stelle des schärfsten Sehens, des Gelben Flecks (Makula). Weltweit ist sie die häufigste Ursache für Erblindung. Man unterscheidet eine trockene AMD durch Ablagerung von Stoffwechselendprodukten in der Netzhaut und eine feuchte AMD mit Gefäßneubildungen, durch die sich unter der Retina eine flächige Gefäßmembran bildet. Letztere Form kann heutzutage gut mit VEGF-Inhibitoren behandelt werden, die einen Wachstumsfaktor der Gefäßbildung außer Gefecht setzen.

Diabetische Retinopathie

ist eine Schädigung der Netzhaut durch fortwährend hohe Blutzuckerspiegel. Diabetes schädigt alle Blutgefäße, darunter auch die kleinen Kapillaren in der Aderhaut des Auges. Das führt zu einer Minderversorgung und zum Absterben von Netzhautzellen. Die diabetische Retinopathie ist die häufigste Erblindungsursache bei Menschen jüngeren und mittleren Alters.

Retinoblastom

Bei Kindern bis zum fünften Lebensjahr kommt es zu einem Retinoblastom, einer Wucherung der Netzhaut, die familiär gehäuft auftritt und auf Veränderungen des Retinoblastom-Gens (Rb) zurückzuführen ist. Die Erkrankung ist selten, aber lebensbedrohlich. In einigen Fällen kommen Kinder bereits mit einem Retinoblastom zur Welt. Zur Behandlung ist oftmals eine Entfernung des erkrankten Auges (Enukleation) notwendig, in frühen Stadien ist eine lokale Behandlung mit Laser oder Vereisung möglich.

Aderhautmelanom (Uvealmelanom)

ist Augenkrebs, der sich bei Erwachsenen in der Aderhaut (Chorioidea) des Auges entwickelt und durch rasche Metastasenbildung innerhalb weniger Monate zum Tode führt. Auch hier ist oftmals eine Entfernung (Enukleation) notwendig. Kleinere Tumoren lassen sich mit Laser, Kälte oder chirurgisch entfernen. Häufig kommt eine Strahlentherapie (Brachytherapie) zum Einsatz.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft/Gesellschaft für Augenheilkunde (DOG). https://www.dog.org/
  • Stiftung Auge – Weil Sehen wichtig ist. https://www.stiftung-auge.de/
    Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/startseite.html
  • Association for Research in Vision and Ophthalmology (ARVO). https://www.arvo.org/
    International Council of Ophthalmology (ICO). http://www.icoph.org/
  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. ISBN-10: 3110339978.
  • Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. München/Jena 2003: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN 3-437-15072-3.
  • Gergard K. Lang: Augenheilkunde. 6. Auflage. Stuttgart 2019: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3132426253.
  • Cordula Dahlmann: BASICS Augenheilkunde. 4. Auflage. München/Jena 2016: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN-10: 3437421298.
  • Franz Grehn: Augenheilkunde. 32. Auflage. Heidelberg 2019: Springer-Verlag. ISBN-10: 3662591537.
  • Brad Bowling: Kanskis Klinische Ophthalmologie: Ein systematischer Ansatz. 8. Auflage. München/Jena 2017: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN-10: 3437234838.
  • Thomas Damms, Bernd Guzek: Kurzlehrbuch Augenheilkunde. 1. Auflage. München/Jena 2014: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN-10: 343742193X.